Autor Thema: Prima, das es gute Fachliteratur gibt…  (Gelesen 2336 mal)

hotap

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Prima, das es gute Fachliteratur gibt…
« am: 28. Juni 2006, 11:14:43 »
…und ich dank der Übersetzung aus dem Englischen von Stefan Wallrafen sowie der Veröffentlichung durch den Heyne Verlag im Buch „Füllfederhalter“ von Andreas Lambrou herausfinden konnte, wie ein mir unbekannter Füllmechanismus funktioniert.

Hallo zusammen,

vor einigen Tagen erstand ich einen mir unbekannten Füllfederhalter mit Namen „Stylox Pulseuir M 190“ mit einem merkwürdigem Tintenfüllbehältnis. Nämlich einem Plastikröhrchen, einem Tintenleiter aus Plastik und einem Tintenfenster im Schaft.
Siehe Foto.

Hiermit konnte ich erstmal nichts anfangen. Alle Teile saßen fest. Mit dem Füller also ab ins Wasserbad und mit mir ab auf die Couch und Fachliteratur gewälzt.

Gefunden habe ich in oben erwähntem Buch zwar nichts über einen Stylox Pulseuir M 190. Allerdings fand ich einen Beitrag über einen „Stylomine 303V“ der Firma Y. E. Zuber in Paris. Sogar mit einer Schnittzeichnung. Und dieser Füller sieht fast genauso aus wie mein Stylox Pulseuir.

Und dank diesen Hinweisen und dem Wasserbad konnte ich den Füller etwas auseinanderbauen, reinigen und wieder zusammenbauen und auch befüllen. Alle Teile waren dank dem Wasserbad wieder voll einsatzfähig.
Leider ist der innenliegende Gummibalg porös, sodass der Füller leider undicht ist.
Aber das ist nicht so schlimm, ich kann ja nicht immer mit allen meinen Füllhaltern in der Sammlung schreiben.

 

Aber hier mal einen herzlichen Dank an unsere „älteren“ Sammlerfreunde (die schon 30 Jahre oder mehr sammeln) und uns „neuen Sammlern“ ihr Wissen nicht vorenthalten und auch weitergeben.
Ich möchte nicht wissen, wie viele Füllhalter sie zersägen, zerbrechen, zerschrauben „und-was-weiß-ich-nicht-noch-alles-machen“ mussten, um an diese Informationen zu kommen.
DANKE!!

Wie funktioniert aber jetzt die Befüllung?
Hier eine kleine Kurzbeschreibung.
Im Tintenleiter steckt ein kleines Plastikröhrchen (ähnlich wie beim Vacumatic vom Parker) welches sich im Innern des Schafts in einem Faltenbalg aus Gummi befindet. Dieser Faltenbalg ist im oberen Bereich mit dem Plastikrohr, welches aus dem Schaft heraussteht, verbunden.
Drückt man nun das Plastikrohr mehrmals in den Schaft, wird durch den Druckunterschied Tinte in den Füller gesogen.
Das Tintenfenster und das Röhrchenende erlaubt eine stetige Kontrolle des Tintenvorrats.

Viele Grüße
Günter

penparadise

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Re:Prima, das es gute Fachliteratur gibt…
« Antwort #1 am: 29. Juni 2006, 10:36:29 »
Moin Günter,

ich hatte vor 8 Jahren das \"Glück\" in einem Pariser Schreibwarengeschäft einige \"nikelnagelneue\" marmorierte Zelluloid Füllhalter mit verdeckter Feder (wie Parker 51 oder die ersten Pelikano) in Zeppelinform, die genau dieses Füllsystem hatten, für Stück umgerechnet knapp 10 DM zu erwerben. Auf dem Clip stand meiner Erinnerung nach irgend etwas mit \"Stylo...\".

Sie sind zwar inzwischen alle weiterverkauft, aber insbesondere der außergewöhnliche \"Faltenbalg\" erregte damals meine Neugierde. Und mir fiel das Talkumpuder im Gehäuse auf, mit dem wohl der Füllschlauch vor Verklebung mit der Außenwand geschützt werden sollte. Irgendwie faszinierend.

Auf meine Nachfrage, warum denn die Füllhalter so preiswert seien, erhielt ich die Antwort, dass es sich hierbei um Stücke aus den 50er Jahren handeln würde, der Hersteller \"verstorben\" sei und dass es dafür leider keine Ersatzteile - insbesondere keine Schläuche - mehr gäbe. Daher würde man diese Füllhalter quasi als Einwegstücke (die aber dennoch mehrfach befüllt werden könnten) anbieten, denn der besondere Füllschlauch hätte ja nur eine recht begrenzte Lebensdauer.

Die verschiedenfarbenen Zelluloid Gehäuse empfand ich als recht gut und nicht billig gemacht - nur die vergoldeten Stahlfedern waren eher mit einem Teppichmesser zu vergleichen (was Michael sicherlich gefallen hätte). Sie hatten in etwa die Größe eines 144er Montblanc, waren aber sehr viel leichter.

Dies nur zur Info.

Besten Gruß,
Axel

Post edited by: penparadise, at: 2006/06/29 10:44
LG Axel

Montblanc-Sammler seit 1968.
Spezialgebiete:
Alles von 1906 - 1939,
Meisterstücke 1924 - 1959,
Limiteds 1992 - 2006.
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