Autor Thema: Jagd auf die Web-Piraten. WamS 15.08.04  (Gelesen 1540 mal)

hotap

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Jagd auf die Web-Piraten. WamS 15.08.04
« am: 15. August 2004, 10:34:46 »
Im Artikel ist zwar nichts über Schreibgeräte vermerkt. Aber trotzdem ein interessanter Artikel über „DAS AUFSPÜREN VON MARKEN – FÄLSCHUNGEN“ und deren Folgen, in Auktionshäusern und ähnlichem.

http://www.wams.de/data/2004/08/15/319164.html

Viele Grüße
Günter

steiner

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Re:Jagd auf die Web-Piraten. WamS 15.08.04
« Antwort #1 am: 16. August 2004, 18:27:57 »
das ist wirklich ein spannender Artikel.... er liest sich fast wie aus einem Werbeprospekt. Ein Unternehmen muss nur etwas Geld \"locker machen\" und kann so das Problem Fälschungen dann ganz einfach \"outsourcen\".
Ein rundum Sorglos-Paket eben  :)  
... wenn das Leben doch nur so einfach wäre!

Sind wir doch mal ganz ehrlich, sooo einfach ist es gerade eben nicht. Ein Großteil der Fakes in Auktionen will man von dieser Firma ja entdecken, indem man die Verkäufer per Email anschreibt. Die \"Kombination Technik und Mensch\" klingt im ersten Moment fast schon wissenschaftlich... doch dann kommt es hammerdick, Ich zitiere:
\"Eine Software filtert die laufenden Auktionen der einzelnen Marken heraus. Anschließend fragen die Fakecontroller unter einer verdeckten Mail-Adresse bei den Verkäufern nach, ob es sich um Originale handelt.\"

Technik:
Nun gut, was soll daran neu sein?!
Es gibt schon immer eine Suchfunktion bei Ebay, die genau das macht! Naja  :x

Mensch:
Die Verkäufer werden dann per Email angeschrieben... ich hatte genau das vor einigen Wochen selbst mal getestet. Die Rücklaufquote lag bei etwa 6%. D.h. von 30 angeschriebenen Verkäufern, die ganz offensichtlich Fakes verkauften, haben lediglich 2 geantwortet! Der Rest meiner Anfragen wurde schlicht von den Verkäufern ignoriert. Was für eine Ausbeute!! Im Realfall ist wohl davon auszugehen, dass fast nur die ehrlichen Verkäufer antworten und dann bringt das ganze nicht viel.

Eine in diesem Text angegebene Quote von 30% ist da schon gigantisch hoch, doch auch das bedeutet, dass immer noch 70% nicht antworten! Weiter im Text: innerhalb der drei Gruppen von Verkäufern gefälschter Waren wird noch einmal differenziert zwischen Leuten die einmalig verkaufen (Gruppe 1: diese bleiben straffrei) und denen die es öftern tun (Gruppe 2 und 3: ihnen droht eine Abmahnung).
Das heißt also, dass insgesamt nur sehr sehr wenige Verkäufer eine Abmahnung bekommen: Genauergesagt die, die dumm genug sind, um zuzugeben Fakes zu verkaufen und dies also noch professionell tun. Es wäre wirklich interessant zu erfahren, wie viele von den 30% da noch übrig bleiben  ;)

Letzendlich \"erwischt\" es hier wohl nur sehr sehr wenige Verkäufer. Ein \"Rundum-Sorglos-Paket\" stelle ich mir da anders vor. Zumal die im Artikel angegebenen  Preise nicht ganz ohne sind! Für das Geld setze ich mich auch hin und schreibe Emails...

Ein weiteres Problem ergibt sich auch daraus, dass die wenigsten Verkäufer von Fälschungen aus Deutschland kommen. Da ist der Aufwand von Deutschland aus einfach viel zu groß! Man müßte sich genau mit den rechtlichen Rahmenbedingungen in dem jeweiligen Land auskennen und von dort eine Abmahnung versenden. Da kann man doch auch gleich einen Anwalt vor Ort nehmen...

Insgesamt hinterläßt dieser Artikel deshalb bei mir einen etwas \"schalen\" Gesamteindruck. Auch wenn diese Geschäftsidee im ersten Moment evtl. ganz brauchbar und \"kreativ\" erscheint, befürchte ich, dass sie recht wirkungslos sein wird.

Zudem halte ich nicht unbedingt viel von einer solchen Schrotflinten-Methode. Eine generelle Verdächtigung von allen Ebay-Teilnehmern ist sicher nicht angebracht! Deshalb gehen die Macher dieser Website einen anderen Weg: Aufklärung und Sensibilisierung ist aus unserer Sicht sehr viel sinnvoller. Deshalb zeigen wir auf unserer Website einen Vergleich zwischen Original und Fälschung.

Viel besser wäre es doch sicher, wenn Experten die Fälschungen bei Ebay identifizieren und dann gezielt die rechtlichen Möglichkeiten nutzen. Letztendlich sollen ja Profi-Seller vor allem betroffen sein. Zudem ist es auch sehr wichtig, das Übel bei der Wurzel zu packen, d.h. es geht doch eigentlich darum, die Hersteller solcher Fälschungen zu belangen.

Was denkt Ihr ??

Viele Grüße
Michael


PS: Auch wenn es sich hier um eine geniale Geschäftsidee handeln würde, wäre sie sicher nicht lange überlebensfähig, denn es scheint keinen wirklichen dauerhaften Wettbewerbsvorteil zu geben. Die Idee ist so simpel und könnte von jederman auch realisiert werden (Studenten, Azubis oder Praktikanten sind da sicher billiger).

Post geändert von: steiner, am: 2004/08/17 09:29