Autor Thema: Was hat dem Vacumatic den Garaus gemacht ?  (Gelesen 6372 mal)

Hugo

  • Full Member
  • ***
  • Beiträge: 192
    • E-Mail
Was hat dem Vacumatic den Garaus gemacht ?
« am: 14. Februar 2005, 17:56:24 »
Hallo allerseits.
Ich habe eine etwas technische Frage zu den Parker Vacumatics.
Alles was ich über diese Füller lese hört sich eigentlich sehr gut an. Sie
hatten ein grosses Tintenreservoir, die Handhabung war einfach und
schnell. Die Füllhalter verkauften sich gut.

Dennoch gibt es keine Vacumatics mehr. Was ist passiert ? Hat jemand
eine Ahnung warum sich dieses System nicht durchgesetzt hat ? War
es nicht haltbar oder zu kompliziert in der Herstellung ?
Mir ist generell aufegefallen, dass die Amerikaner überhaupt nichts anderes
als Patronenfüller mehr bauen, obwohl von dort die meisten Innovationen
gekommen sind. Weiss hier jemand mehr ?

Ich frage das aus zwei Gründen:
Zum einen finde ich es einfach interessant, was einem Produkt im Markt
den Garaus macht. Das gilt nicht nur für Schreibwerkzeuge

Zum anderen aber gefallen mir die Vacumatics, besonders die gestreiften
sehr gut und ich habe mir überlegt, mal zu suchen, ob ich einen bekommen
kann. Wenn aber damit zu rechnen ist, dass das eine \"kitzlige\" Sache wird
und der Füllmechanismus sehr empflindlich oder nicht sehr haltbar ist, dann
würde ich davon doch eher abstand nehmen.

Kann mir da jemand einen Rat geben ?

Gruß und Dank vorweg
Hugo

STIFT

  • Gast
Re:Was hat dem Vacumatic den Garaus gemacht ?
« Antwort #1 am: 14. Februar 2005, 21:39:07 »
hallo!
ich nehme an der patronenfüller und die kugelschreiber.
ansonsten sind die super nur die rparatur ist etwas kompleziert.
da ist hinten eine gummimembrane,ich weiß auch nicht wo oder wer in deutschland die vacus repariert.
bei uns in wien macht das der penleo wienerfüllfederwerkstätte.
ich perönlich hab sowas noch nicht repariert da man den gummi nur in den usa
bekommt.
soviel zu den vacus
m.l.g.
stift

penparadise

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 1.519
Re:Was hat dem Vacumatic den Garaus gemacht ?
« Antwort #2 am: 17. Februar 2005, 16:19:11 »
Hallo Hugo,

in einer Kollektion kann sich so ein Parker Vacumatic als Sammlerstück sicherlich recht gut machen, aber vom täglichen Benutzen würde ich doch abraten. Eine möglicherweise notwendig werdende Reparatur des Füllmechanismus ist sehr kompliziert und wird von den meisten mir bekannten Restaurateuren rundweg abgelehnt.

Wenn Dir aber das Material so gut gefällt, schau Dir mal die \"Wallstreet\" von Visconti an ...

Gruß,  Axel
LG Axel

Montblanc-Sammler seit 1968.
Spezialgebiete:
Alles von 1906 - 1939,
Meisterstücke 1924 - 1959,
Limiteds 1992 - 2006.
bitte keine PMs schicken

Hugo

  • Full Member
  • ***
  • Beiträge: 192
    • E-Mail
Re:Was hat dem Vacumatic den Garaus gemacht ?
« Antwort #3 am: 17. Februar 2005, 18:48:45 »
Hallo Axel
Es war der Wallstreet, der mich auf den Vacumatic aufmerksam gemacht
hat. Einen solchen habe ich nämlich vor kurzem gekauft und das Aussehen
und die Haptik haben mir sehr zugesagt.
Der einzige Wehrmutstropfen: Es ist ein Patronenfüller bzw. ein Füller
mit Konverter. Die limitierte Version mit der Powerfill-Technik, was auch
immer das bedeutet habe ich noch nie gesehen und ich denke, die ist
mir auch zu teuer.

Und da das Aussehen eben an die Vacumatics erinnert habe ich dann ein
wenig genauer eben nach diesen geschaut. Aber wie Du schon sagst hatte
ich die gleichen Bedenken. Was wenn es da ein Problem gibt.
Immerhin sind auch die jüngsten Vacumatics schon 60 Jahre alt.

Ob ich aber dennoch einen zur Anreicherung meiner Sammlung anschaffe,
das werde ich noch genau überlegen. Schön sind sie halt schon.

Gruß
Hugo

STIFT

  • Gast
Re:Was hat dem Vacumatic den Garaus gemacht ?
« Antwort #4 am: 17. Februar 2005, 19:31:29 »
hallo axel !
also leo macht die immer du weißt ja ein spezialist!!!!
wenn der vac. restaurierbar ist kein problem.
m.l.g. aus wien
stift

Marius

  • Newbie
  • *
  • Beiträge: 34
    • E-Mail
Re:Was hat dem Vacumatic den Garaus gemacht ?
« Antwort #5 am: 19. Mai 2005, 16:55:00 »
Hallo

Da ich zur Zeit fuer einige Monate in den USA bin, habe ich angefangen mich etwas mit den amerikanischen Fuellhaltern zu beschaeftigen und bin dabei auf folgende, wie ich finde sehr informative Website gestossen:
 http://www.vintagepens.com/parker_51.shtml
Dort wird am Beispiel des Parker 51 beschrieben, dass die Vacumatic zwar ein groesseres Volumen hatten, aber die Aeromatic, die sie im Parker 51 (und wohl auch sonst) abloesten, eben einfacher und wesentlicher robuster waren. Allgemein liest man auf US-Webseiten, dass man einen Aeromatic in der Regel oder zumindest oft noch heute im Originalzustand benutzen kann, muss ein Vacumatic meist ueberholt werden. Hier gibts auch eine Art Reparaturanleitung:
 http://www.vintagepens.com/FAQrepair/sins_Vacumatic_filler_repair.shtml
Beste Gruesse nach Deutschland
Marius

anmay

  • Gast
Re:Was hat dem Vacumatic den Garaus gemacht ?
« Antwort #6 am: 28. August 2005, 16:04:57 »
Hallo Hugo!

Ich habe in meiner Sammlung 2 Parker Blue Diamont Vacumatics. Beide wurden vor ca 2 Jahren von PenLeo gewartet worden und haben ein neues Diaphragma erhalten, funktionieren daher wie neu. Wenn Du echtes Interesse hast, könnte ich über den Verkauf einer der beiden Füller nachdenken.

Übrigens - den Parker 51 gab es zu Beginn auch mit Vacumatic Technik. Erst die späteren Exemplare (ab ca 1950) erhielten sie die technisch einfachere Aerometric Mechanik.

Die erwähnte moderne High-Vacuum-Powerfill-Mechanic hat auch der Visconti Manhattan.

Falls Du mal in Wien bist,kannst Du mich gerne besuchen. Ich habe alle in diesem Post erwähnten Füller (und noch 100 weitere), da kannst Du einfach selbst probieren, was Dir am angenehmsten im Handling ist.

Ich verwende diese Schreibgeräte abwechselnd und bin sehr zufrieden damit. Damit möchte ich ausdrücken, dass ich einen Parker Vacumatic nicht nur in einer Sammlung sehe, sondern diesen auch gerne selbst im Alltag verwende. Solange wir Leo haben, müssen wir uns um ein eventuell notwendiges Service keine Gedanken machen :P

Wie gesagt, bei Interesse kann man mit mir über einen Verkauf der Füller verhandeln ;-)

Schöne Grüsse aus Wien
Andreas

Post edited by: anmay, at: 2005/08/28 16:11

STIFT

  • Gast
Re:Was hat dem Vacumatic den Garaus gemacht ?
« Antwort #7 am: 28. August 2005, 18:57:03 »
hallo
ich repariere meine füller selber,also saftys kolben usw.doch einen vacumatic rühre ich nicht an.
erstens braucht man die membrane,und zweitens einen eigenen schlüssel bzw. werkzeug zum öffnen.
den ohne dieses speziele werkzeug geht nix!!!

wie schon gesagt repariert sie leo grahofer bei uns hier in wien,und das tip top!!
da ich schon selber einige gekauft habe muß man darauf achten das der schaft keinen sprung hat,den sonst geht nix mehr.
und ob vacu oder druck oder hebelfüller,der gummi hält nicht ewig.
m.l.g.
stift;)

ThomasB

  • Newbie
  • *
  • Beiträge: 8
    • E-Mail
Re:Was hat dem Vacumatic den Garaus gemacht ?
« Antwort #8 am: 31. August 2005, 18:15:04 »
Hallo Hugo,
ich benutze gerne einen Grey Pearl Vacumatic von 1945. So genau sagen kann man das, weil der Imprint auf ein Vierteljahr genau das Produktionsdatum verrät. Ich halte den Vacumatic für einen der herrlichsten 30er/40er-Jahre-Füller aus Amerika. Material- und Schreibqualität sind hervorragend. Die Federn sind aber meist rigide, laufen aber sanft. Der Tintenleiter ist ein Gedicht! Die Auslaufsicherheit gut (im Gegensatz zum \"51\"). Mein Füllmechanismus ist noch in Ordnung, aber - im Gegensatz zu Reparateuren in den USA - werden Unterdruckfüllsysteme, die immer irgendwann einmal undicht werden, nicht gerne oder gar nicht repariert oder man muß Ersatzteile besorgen. Bei dem zuletzt eingestzten Füllmechanismus sind die Kunststoffbauteile beim Zerlegen wohl problematisch. Also: Ein herrlicher Füller, wenn neu repariert von einem Spezialisten sicherlich 20 Jahre einsetzbar, ein funktionierender Mechanismus bei einem unrestaurierten ist hingegen eine Rarität. Da hatte ich Glück. Das Vacumaticfüllsystem habe ich auch noch in einem \"51\", das auch noch funktioniert, abe rnicht komolett füllt (keine Tintenstandkontrolle beim 51!). Die Nylontintensäcke der Nachfolgemodelle sind hingegen fast unzerstörbar.

Viele Grüße
Thomas Baier

ThomasB

  • Newbie
  • *
  • Beiträge: 8
    • E-Mail
Re:Was hat dem Vacumatic den Garaus gemacht ?
« Antwort #9 am: 31. August 2005, 18:15:25 »
Hallo Hugo,
ich benutze gerne einen Grey Pearl Vacumatic von 1945. So genau sagen kann man das, weil der Imprint auf ein Vierteljahr genau das Produktionsdatum verrät. Ich halte den Vacumatic für einen der herrlichsten 30er/40er-Jahre-Füller aus Amerika. Material- und Schreibqualität sind hervorragend. Die Federn sind aber meist rigide, laufen aber sanft. Der Tintenleiter ist ein Gedicht! Die Auslaufsicherheit gut (im Gegensatz zum \"51\"). Mein Füllmechanismus ist noch in Ordnung, aber - im Gegensatz zu Reparateuren in den USA - werden Unterdruckfüllsysteme, die immer irgendwann einmal undicht werden, nicht gerne oder gar nicht repariert oder man muß Ersatzteile besorgen. Bei dem zuletzt eingestzten Füllmechanismus sind die Kunststoffbauteile beim Zerlegen wohl problematisch. Also: Ein herrlicher Füller, wenn neu repariert von einem Spezialisten sicherlich 20 Jahre einsetzbar, ein funktionierender Mechanismus bei einem unrestaurierten ist hingegen eine Rarität. Da hatte ich Glück. Das Vacumaticfüllsystem habe ich auch noch in einem \"51\", das auch noch funktioniert, abe rnicht komolett füllt (keine Tintenstandkontrolle beim 51!). Die Nylontintensäcke der Nachfolgemodelle sind hingegen fast unzerstörbar.

Viele Grüße
Thomas Baier