Autor Thema: Wie altes Meisterstück (verm. 134) von alten Tesa-Rückständen befreien  (Gelesen 1295 mal)

Carls

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Hallo zusammen,

für einen Rat in folgender Sache wäre ich sehr dankbar. Ein Raum muss zum Kinderzimmer umfunktioniert werden, und beim Ausräumen fallen mir so einige fast vergessene Schätzchen wieder in die Hände.
So auch ein Montblanc Meisterstück Füllhalter und ein Montblanc Bleistift Pix M-N 72 G. Der Füllhalter ist mutmaßlich ein 132 oder 134, vielleicht auch 138, wenn ich das Anhand von Vergleichsbildern aus dem Internet richtig deute (Eure Seite und auch Ebay).
Ich hatte ihn vor ungefähr 25 Jahren auf dem Flohmarkt gekauft. Der Bleistift ist ebenfalls ein Flohmarktfund aus dieser Zeit. Die beiden habe ich aber nicht als Set gekauft, wenn ich mich richtig erinnere. Die (für mich) scheinbar große Ähnlichkeit der beiden hinsichtlich Alter, (schlechtem) Erhaltungszustand und Pattina ist also wohl Zufall.
Sie haben deutliche Gebrauchsspuren, das Gehäuse ist stark ausgeblichen/bräunlich, der Clip insbesondere vom Bleistift extrem abgenutzt. Grundsätzlich finde ich es ok, dass man historischen Gegenständen auch ihr stattliches Alter ansieht, und bin kein Fan von Restaurierungen zu einer Art Neuzustand. Verschmutzungen mag ich aber natürlich auch nicht, und da kommen wir zum Punkt:
Leider, leider habe ich offenbar den Füllhalter damals ganz schön verhunzt; Weil die diversen Gravuren auf Schaft und Kappe kaum noch zu erkennen waren, hatte ich - gedacht als Schutz vor weiterer Abnutzung - jeweils kleine Stückchen Tesafilm darüber geklebt. Vermutlich ein klassischer Fall von Verschlimmbesserung, denn jetzt nach 25 Jahren bietet sich ein Bild des Grauens: Das Tesa lässt sich nicht mehr rückstandfrei abziehen, und der Untergrund scheint sogar verfärbt zu sein.

Hat hier nun eventuell jemand einen Rat, wie ich die Tesa-Rückstände auf dem Füllhalter schonend entfernen könnte und ohne die darunterliegenden, ohnehin schon schwachen, Gravuren komplett zu eleminieren? Mit welchem Mittel reinigt ihr Eure alten Meisterstücke? Ist das Material in diesem Fall Zelluloid, wie das hier im Forum bei anderen älteren Meisterstücken erwähnt wird? Im Grunde möchte ich den Füllhalter und Bleistift auch nur reinigen, nicht polieren oder ähnliches.
Ich habe bislang nur das Tesa auf der Kappe über dem Montblanc-Schriftzug abgezogen und dabei das Malheur entdeckt. Die kleinen Stücke am Schaftende, wo wohl die Patentnummer steht und der Typ, habe ich daraufhin erstmal drangelassen. Daher kann ich auch nicht sagen, welcher Typ der Füllhalter ist. Ich bin mir allerdings auch gar nicht sicher, ob das noch erkennbar sein wird, wenn das Tesa ab ist.
Also es wäre super, wenn jemand einen Tipp hat, wie man den Füllhalter und auch den Bleistift (der hat diverse weisse Pünktchen drauf, wie ganz feine Farbspritzer) schonend aussen reinigen könnte. Ich will nicht durch ungeeignete Mittel die nächste Verschlimmbesserung anrichten.
Ein Gedanke war, mithilfe eines frischen Streifens Tesafilm die Rückstände abzuziehen. Nur Wasser wird jedenfalls vermutlich nicht ausreichen.
Kann eingentlich jemand sagen, ob die Feder noch original aussieht? Es sieht mir nicht danach aus, dass sie aus Gold ist (kein 14 C oder ähnliches zu sehen, allerdings steckt die Feder auch ziemlich weit drin) und die Unterkonstruktion der Feder deckt sich auch nicht mit den Bildern, die ich im Internet bei 132 oder 134 gefunden habe.
Und grad eben hab ich dank der Fotos noch eine (damals übersehene und daher nicht abgeklebte) Gravur unten auf dem Schaft entdeckt: Könnte "OBB" sein (Foto 6) (Was würde das aussagen?).

Also herzlichen Dank im Voraus für Tipps und Erhellendes zu den beiden Teilen (und die Geduld beim Lesen..),

Carl

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Füllhalter und Bleistift passen zumindest zeitlich zusammen ...

Bezüglich des Tesa ... da würde ich an Deiner Stelle auf weitere eigene Experimente verzichten und Horst Schrage ansprechen (maxpens.de) ... er kann Dir Deine Schreiberlinge wieder auffrischen.

Du kannst es alternativ auch selbst mit einer Politur versuchen ... ansonsten gibt es sicher kaum Möglichkeiten.

Viele Grüße
Michael

Carls

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Vielen Dank für den Tipp, ich werde drüber nachdenken, die beiden in professionelle Hände zu geben. Wenn es nur ums Polieren geht, würde ich mir das im Grunde auch selbst zutrauen (die richtige Politur vorausgesetzt). Eigentlich hätte ich nur gerne abrasive Methoden möglichst vermieden, da ich die Befürchtung habe, dass an den entsprechenden Stellen die kaum noch vorhandenen Prägungen gleich mit wegpoliert werden (die (mutmaßliche) "OBB"-Prägung ist z.B. mit bloßem Auge praktisch nicht mehr zu erkennen, die war mir nur dank Makro auf den Fotos aufgefallen..).
Lässt sich anhand der Fotos denn sagen, um welches Material es sich bei Kappe und Schaftende handelt (neben Zulluloid hab ich hier im Forum auch noch von Hartgummi gelesen)? Oder müsste für Gewissheit der Typ bekannt sein? Könnte eigentlich jemand anhand der Fotos sagen, um welchen Typ es sich beim Füllhalter handelt, oder lässt sich das nur über die Prägung am Schaftende ermitteln?

Danke und viele Grüße
Carl

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Hallo Carl

Der Schaft ist Celluloid und der Rest Hartgummi ...

Du kannst zunächst versuchen, das Hartgummi mit Olivenöl einzureiben ... dann werden de helleren Stellen etwas dunkler und die dunklen Stellen fallen nicht so auf. Ansonsten ... naja, wenn Du nicht polieren willst, dann kannst Du es natürlich auch so bleiben lassen ... viele andere Möglichkeiten gibt es hier ja nicht.

Thema "polieren lassen":
Wenn Experten das machen, ist es oft so, dass die Imprints danach nicht schlechter und manchmal sogar besser als vorher lesbar sind.

Viele Grüße
Michael