Autor Thema: Wer weiß, welcher Füller- bzw. Füllmechanismus das ist?  (Gelesen 4421 mal)

hotap

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Hallo zusammen,

wir hatten bei unserem letzem Stammtisch einen Gast zu Besuch, der im Vorfeld mit mir Kontakt aufgenommen hatte und brachte einen Füllfederhalter mit, um vielleicht mit unserer Hilfe herausfinden zu können, um welchen Füllmechanismus und um welchen Hersteller bzw. Herstellerland es sich handeln könnte.

Da wir nicht allzu viel helfen konnten, außer das wir den Eindruck hatten, dass die Mechanikteile wohl fest sitzen, nun eine Frage an euch.
Kennt jemand diesen Füllhalter/Firma und die eventuelle Befüllung? Hier eine kurze Beschreibung des Füllers.
Der Füllhalter besteht aus dunkel eloxiertem Leichtmetall.
Die Schraubkappe hat einen eingravierten Indianerkopf mit der Wortgravur "Hugh !"
Die hintere Schraubkappe bedient nicht den Kolbenmechanismus, sondern verdeckt eine Schraubenfeder-Konstruktion mit Rändelschraube.
Die goldfarbene Schreibfeder trägt die Gravur "Edel" und "Chrom".



Danke!

Viele Grüße
Günter

STIFT

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Re: Wer weiß, welcher Füller- bzw. Füllmechanismus das ist?
« Antwort #1 am: 28. Juni 2009, 08:46:07 »
hallo
ja das schaut nach einer vacumatic pen aus.
nur wer was wo wann usw. wird sehr schwer sein.
könnte auch eine umgebaute mechanik sein da ist alles möglich.
ich persönlich habe sowas noch nicht gesehen bzw. vacumatic pens sprich parker schon.
befüllen wirst den nicht mehr können den da ist ein gummitank im füller und der ist sicher ausgetrocknet.
wennst den füller zerlegen könntest dann sind wir schlauer.
mlg
harald

hotap

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Re: Wer weiß, welcher Füller- bzw. Füllmechanismus das ist?
« Antwort #2 am: 02. Juli 2009, 12:11:33 »
Hallo Harald,

danke für deine Überlegung(en). Das werde ich dann mal an dem Kollegen weitergeben, sofern er hier nicht selber guckt.

Das, was ich zuletzt, vor einigen Wochen, von ihm gehört habe, ist ungefähr folgendes:
Das die Reinigung des "Indianerkopfes" Fortschritte macht und durch die Kriechölbehandlung haben sich wohl die festgesessenen Teile gelöst, so dass er die Kolbenmechanik nunmehr in ihren Bestandteilen vor sich liegen hatte.
Sie besteht aus der besagten Kolbenstange, einer Korkdichtung und der Schraubenfeder mit haltender Rändelschraube.
Die Kolbenstange kann gegen die Federspannung in den Schaft gedrückt werden und bei entsprechendem Drucknachlass sorgt die sich lösende Federspannung wohl für die Tintenfüllung.

So, mehr weiß ich im Moment auch nicht.

Viele Grüße
Günter

STIFT

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Re: Wer weiß, welcher Füller- bzw. Füllmechanismus das ist?
« Antwort #3 am: 02. Juli 2009, 12:35:11 »
hallo
na ist das was witziges ::)
naja es hat viele sachen gegeben die wir noch nicht kennen..........exotisch..hahaha.
naja ist ein füller den nicht jeder hat,ich hoffe ihr bekommt ihn hin zum schreiben.
mlg und noch viel freude mit dem füller.
harald

hotap

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Re: Wer weiß, welcher Füller- bzw. Füllmechanismus das ist?
« Antwort #4 am: 02. Juli 2009, 13:24:31 »
Lieber Harald,

wenn ich neue Infos habe, halte ich dich/euch „Auf dem Laufenden“.

Sonnige Grüße
Günter

STIFT

  • Gast
Re: Wer weiß, welcher Füller- bzw. Füllmechanismus das ist?
« Antwort #5 am: 02. Juli 2009, 13:33:22 »
danke ;)

Brinkmann

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Re: Wer weiß, welcher Füller- bzw. Füllmechanismus das ist?
« Antwort #6 am: 30. Oktober 2009, 21:14:35 »
Neues vom "Indianerkopf":

Es hat mich mich wirklich überrascht, welch ein Rätsel mit diesem Füllhalter verbunden ist. Dem Hinweis auf den Hersteller Parker und dessen Vakuum-Technik bin ich nachgegangen und dabei auf einen Beitrag in der Fachliteratur gestoßen (Jonathan Steinberg "Füllfederhalter, Das illustrierte Lexikon für Sammler", Könemann Verlag 1998). Dort wird Parkers Patent von 1832 folgendermaßen beschrieben:

Zitat: "Das 1832 erteilte Patent bezog sich auf "gewisse Verbesserungen bei Füllhaltern": Parker beschrieb seine Füller als "mit einem Kolben und einer Stange im Schaft ausgestattet, mit deren Hilfe die erforderliche Menge Tinte durch eine kleine Röhre mit glockenförmiger Mündung zur Feder gepresst" werden konnte. Laut Parker wurde der Schaft gefüllt, indem man das Ende des Federhalters in Tinte tauchte und den Kolben durch Drehen der äußeren Hülle zurückzog. Hier wird erstmals ein Selbstfüller erwähnt."

Mein "Indianerkopf" ist da mit seinem Füllsystem - so glaube ich - schon weiterentwickelt, verfügt die Kolbenstange doch über eine Druckfeder und besitzt die Schreibfeder am abschraubbaren Griffstück dazu über ein Luftloch für das Tintenleitsystem.

Die weitere Reinigung und das Zerlegen des Füllhalters waren ziemlich überraschend, wenn nicht gar abenteuerlich. Dabei stellte sich heraus, dass die vorhandene Korkdichtung wegen der langen "Trockenzeit" gerissen war. Daraufhin habe ich versucht, aus einem guten Weinflaschenkorken - schmunzelt da jemand ? - eine neue Dichtung zu "schnitzen" und für die Kolbenstange mit einer passenden Bohrung zu versehen. Ich war eigentlich, nach mehrmaliger Überarbeitung, davon überzeugt, ein gutes Werk getan zu haben. Leider zerbrach die neue Dichtung in dem Moment, wo ich die Kolbenstange befestigen wollte. Für ein neues "Schnitzwerk" war mir die Lust vergangen; also habe ich mich mit der alten Originaldichtung befasst. Ich habe die Korkdichtung geleimt, die Bohrung für die Kolbenstange mit Leim gefüllt, die Kolbenstange in dem "Leimsumpf" fixiert und das Ganze austrocknen lassen - mit Erfolg. Problemlos zusammengesetzt, funktioniert das Füllsystem wieder. Ich habe den Tintentank über die Federspannung mit Wasser gefüllt, um die trockene Korkdichtung erst einmal wieder funktionsfähig zu bekommen - auch mit Erfolg. Ich will nicht unerwähnt lassen, dass ich die Prozedur wiederholen musste - war der Leim doch nicht wasserfest. Mit dem wieder intakten Füllsystem - diesmal mit Kontaktkleber bearbeitet - lässt sich nun der Tintentank über die Schreibfeder füllen und entleeren. Der Tintenfluss funktioniert auch wieder, nachdem ich das Griffstück mit Feder und Tintenleitsystem in einem Ultraschallbad hab reinigen lassen.

Es bleibt die Frage nach dem Hersteller dieses Schreibgerätes - ein Rätsel, das vielleicht ungelöst bleiben wird.

Ich danke Euch für die weiterführenden Hinweise und Hilfestellungen.


Mit besten Grüßen

Jürgen.

« Letzte Änderung: 31. Oktober 2009, 17:55:35 von Brinkmann »