Autor Thema: Es ist nicht alles Gold, was glänzt...  (Gelesen 6014 mal)

ameyse

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Es ist nicht alles Gold, was glänzt...
« am: 07. Januar 2008, 23:39:32 »
Liebe Forumsfreunde,

unter der Rubrik „Vintage Pens / Alte Schreibgeräte“ und dem Titel „Angelaufene Vergoldung?\" habe ich in meinem Beitrag angekündigt, daß ich etwas über das Thema \"Gold und Korrosion\" schreiben werde.
Anlaß dazu gab u.a. der einleitende Artikel unter fountainpen.de bei „Federn – Nibs“ -> „18 kt Federn bei Füllhaltern, die normalerweise eine 14kt Feder besitzen“, wo es u.a. heißt: „In Frankreich werden nur Füllhalter mit 18kt Goldfeder verkauft...\" Eine diesbezügliche Anfrage bei einer französischen MB-Boutique ergab folgende Antwort (im Original):
„Effectivement les stylos \'Solitaire\' possèdent aussi en France des plumes 18K, les autres 14K! N\'hésitez pas à revenir vers nous pour toutes questions...\"
Demnach unterscheidet sich die Situation dort nicht mehr von derjenigen in Deutschland. Dies  wurde vermutlich auch vor dem Hintergrund des drastisch gestiegenen Goldkurses angepaßt.
Was nun die Qualität der üblichen Goldlegierungen angeht, so ist z.B. das 18-karätige Gold gar nicht so edel wie es scheint, es besteht nur zu etwas mehr als der Hälfte aus Goldatomen, die restlichen sind Silber- und Kupferatome. Bei 14-karätigem Gold sieht es noch schlimmer aus, hier besteht die Legierung nur noch zu mageren ca. 38% aus Goldatomen! (Ich sehe Günter schon mißtrauisch nach seinen teuren Füllern blicken):whistle:... Ich empfehle in diesem Kontext, den hervorragend gemachten Wikipedia-Artikel über Gold zu lesen. Etwa im unteren Drittel der Seite gibt es unter „9.3 Handelsbrauch\" eine schön gemachte Tabelle, in der die für uns überraschenden und ernüchternden, aber ansonsten sachlich korrekt recherchierten Werte aufgelistet sind.
Nun wird deutlich, warum in Asien selbst eine 750er Goldlegierung als besserer „Schrott“ betrachtet wird. Die Korrosionseigenschaften werden prinzipiell immer schlechter, je niedriger der Goldgehalt einer Legierung ist. Bei dem hierzulande üblichen 585‰ Gold ist allerdings erst bei relativ „scharfen\" Bedingungen - die in der täglichen Praxis niemals vorkommen - mit ernsten Korrosionsschäden zu rechnen.

So, nach diesem verspäteten „Silvesterknaller“ möchte ich Euch allen noch ein gutes Neues Jahr wünschen.
Armin

Budi

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Re:Es ist nicht alles Gold, was glänzt...
« Antwort #1 am: 10. Januar 2008, 23:32:52 »
Naja verstehe jetzt nicht so ganz das Problem.
Nur weil die Feder nicht aus purem Gold besteht, ist sie nicht aus minderwertigem Material gemacht.

18k Gold tragen meist nur Alergiker, da dies hautverträglicher ist.
Die meisten Ketten bestehen aus 14k Gold, da gibt es kaum 18k.

Und das ist ja auch logisch.
Würde die Feder aus reinstem 24k Gold bestehen, wäre sie butterweich und man könnte sie fast kneten.

Gruß
Markus

Beitrag geändert von: Budi, am: 10.01.2008 23:33

Beitrag geändert von: Budi, am: 12.01.2008 13:00

DetlevCM

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Re:Es ist nicht alles Gold, was glänzt...
« Antwort #2 am: 19. Januar 2008, 14:35:54 »
Hallo Armin,

ich möchte auf gar keinen Fall dein Wissen anzweifeln...
Aber ich fand folgendes bezüglich Gold/Goldlegierungen:
http://www.froufrou.de/schmucklexikon/goldlegierungen.html

Leider blicke ich bei den Karatzahlen selbst nicht wirklich durch...

In einem guten Buch (durch einen Umzug kann ich leider nicht den Titel herusfinden) über Uhren habe ich weiterhin gelesen dass Karat für die Angabe des Goldgehalts verboten sei...darum wundert es mich dass diese Angabe weiterhin verwendet wird.
Bezieht sich dies nur auf bestimmte \"Objekte\" aus Gold??
Oder war dies nur ein Vorschlag aus der Politik??

Ich wäre dankbar für Aufklärung.

Mit schönen Grüßen,

Detlev C.M.
Meine Meinung:

Ein edles Schreibgerät beweist Stil.

ameyse

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Re:Es ist nicht alles Gold, was glänzt...
« Antwort #3 am: 31. Januar 2008, 23:35:19 »
Hallo Markus,
hallo Detlev,

ich möchte Euch der Reihe nach antworten... natürlich hast Du recht Markus, daß Feingold viel zu weich und zu wenig elastisch wäre für unsere Federn. Angeregt zu meinem Artikel jedoch wurde ich jedoch durch die Behauptung, Gold würde \"anlaufen\". Und das kann ja nur unter brutalen Bedingungen der Fall sein. Eine Ausnahme ist allerdings 333er Gold, das auch in der Webseite froufrou.de berechtigterweise als \"Problemfall\" bezeichnet wird.
Allergiker (in meinem Bekanntenkreis ist eine Frau mit einer Metallallergie) machen teilweise selbst um 750er Gold einen Bogen und weichen dann auf Speziallegierungen, wie der 99%Au/1%Ti, also Gold-Titan aus.
Nun zu Detlev, klasse Webseite, die Du da zitiert hast, vielen Dank! Aber genau da sind ja die verschiedenen Legierungen hervorragend beschrieben und der Begriff \'Karat\' wird sogar mit Beispielen erklärt. Nicht verwechseln sollte man das Karat (kt oder ct) mit dem Edelsteingewicht, aber das steht ja auch in der professionell gemachten Internetseite.
Was die Uhrgehäuse angeht, gilt auch hierfür das \"Gesetz über den Feingehalt der Gold- und Silberwaren\", auch wieder bei froufrou.de nachzulesen. Daraus ist zu entnehmen, daß der Feingehalt in \"Tausendteilen\" anzugeben ist. Von \"Karat\" ist da zwar nicht die Rede, aber als zusätzliche Angabe ist sie durchaus zulässig, prominentes Beispiel: unsere FH-Federn.
Und zuletzt: was Politiker manchmal vorschlagen, davon hatten wir alle in der jüngsten Zeit ja ausreichend Gelegenheit:blink:, dies mitzuverfolgen. Hierüber gäbe es sicher viel zu diskutieren, aber diese Thematik gehört nun wirklich in ein ganz ganz anderes Forum:whistle:.

Herzliche Grüße,
Armin, der nun \"offline\" geht

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Re: Es ist nicht alles Gold, was glänzt...
« Antwort #4 am: 01. März 2009, 12:14:45 »
hallo
bei den federn ist es eh immer klar da es meistens ja draufsteht.
ansonsten sagt mir die punzierung alles dh. feingehalt usw.und das alter des goldes,silber usw.
und wenn nicht gibt es die säuren zum prüfen und die ist 100% sicher.
da ich ja nebenbei auch schmuck sammle vorallem silber aus der zeit von 1876-1922 (jugendstil) ist es wichtig die punzen zu kennen.
gestern kaufte ich mir eine uhrkette aus silber....löwenkopfpunze-österreich 1876-1922.
aber auch mit gold und silber braucht man erfahrung und die bekommt du auch erst in den jahren.
vor einigen wochen kaufte ich auch einen ebos-kugelschreiber....stachelgravur am kopf 585des halters und am clip die letzte punze österreichs,naja um 20€ mußte ich zuschlagen.
der verkäufer hatte es nicht gesehen,ich aber schon den ohne meine lupen bin ich nicht unterwegs. ;)
mlg
harald
BUCH:
silber bzw. goldstempel aus aller welt
von jan divis
wichtig beim sammeln

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  • Gast
Re: Es ist nicht alles Gold, was glänzt...
« Antwort #5 am: 02. März 2009, 11:07:26 »
so
hier noch ein link für gold und silber.
ich hoffe es hilft weiter.
http://www.e-drive.at/gold/inhalt.htm
http://www.925-1000.com/Fgerman_marks.html
mfg
harald